Die Auswirkungen des Grades der emotionalen Bindung auf die Arbeitsproduktivität oder die Region der Lustlosen.

Die emotionale Bindung der Beschäftigten an ihren Arbeitgeber ist ein Schlüsselfaktor für Motivation, Effizienz und Innovationskraft. Die Gallup Studie untersucht jedes Jahr Mitarbeiter bundesweit und unterscheidet dabei drei Gruppen: gering gebundene, innerlich gekündigte und hoch gebundene Mitarbeitende. Ein Blick auf die jeweilige Produktivität zeigt, wie entscheidend die emotionale Bindung für den Unternehmenserfolg ist.

1. Geringe emotionale Bindung:

Die innerlich Gekündigten betragen 13% aller befragten Mitarbeiter. Diese Arbeitnehmer, die innerlich bereits gekündigt haben, obwohl sie formal noch weiterarbeiten, investieren kaum noch Energie in ihre Arbeit, sind oft gedanklich abwesend und suchen aktiv nach neuen Jobmöglichkeiten. Dies führt zu erheblichen Produktivitätsverlusten auf gesamtwirtschaftlicher Ebene, die auf 113,1 bis 134,7 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt werden.

2. Mittlere emotionale Bindung:

Dienst nach Vorschrift machen 78 % der Mitarbeitenden, die nur noch das Minimum leisten und exakt nach Vorgabe arbeiten. Diese Mitarbeiter zeigen kaum Eigeninitiative, erledigen Routineaufgaben zwar zuverlässig, fehlen aber bei Extraarbeit, Prozessoptimierungen und spontanen Problemlösungen. Im Vergleich zu hoch gebundenen Beschäftigten liegt ihre Leistung um bis zu 18 % im Vertrieb und 14 % in der Produktion niedriger. Direkte Folgen sind fehlende Begeisterung und Identifikation mit Unternehmenszielen. Diese Tendenz steigt, je länger keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

3. Hohe emotionale Bindung: 

Nur 9 % der Beschäftigten sind emotional stark an das Unternehmen gebunden und liefern Spitzenleistung ab. Diese Mitarbeiter engagieren sich über die Standards hinaus, bringen Ideen ein, unterstützen Kolleginnen und Kollegen und bleiben selbst in Krisenzeiten loyal. Diese Top-Mitarbeiter erreichen im Vertrieb bis zu 18 % höhere Kennzahlen und in der Produktion 14 % bessere Werte als der Durchschnitt aller Mitarbeitenden. Zudem sinken ihre Fehlzeiten um 35 % und die Unfallrate um 63 %.

Fazit: Unternehmen, die systematisch an der emotionalen Bindung ihrer Mitarbeitenden arbeiten – etwa durch stärkenorientierte Führung, regelmäßige Kommunikation und berufliche Entwicklungsperspektiven – steigern ihre Produktivität messbar. Angesichts des hohen Anteils gering gebundener und innerlich gekündigter Mitarbeitender liegt hier das größte Potenzial für nachhaltige Leistungsverbesserung.

Wer mehr über dieses Thema wissen möchte, kann unseren Leitfaden für die Region anfordern.

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